Montag, 12. Oktober 2009

Nachts studieren ist blöd...

... wenn man aber mit so einem Sonnenuntergang vor der Bibliothek (dem Gebäude rechts) belohnt wird, sind abendliche Lernsessions gar nicht mehr so schlimm! Wenn man abends in unserer voll verglasten Library sitzt, kriegt man dieses traumhafte Ambiente gratis!! Bin gerade erst von einem Marathon aus Essay/Hausarbeit schreiben, Texte bearbeiten und massenhaft Skripte ausdrucken heimgekommen und es ist immer noch kein Ende in Sicht. Gott sei Dank ist morgen auch noch ein Tag und die Library 24/7 offen...

Ich bin übrigens sehr glücklich mit meinem Wechsel zu dem Globalisation-Kurs. Erstens ist es einfach mal ein Ausgleich zu den Literature/History Kursen und das Lernen dafür ist auch ganz anders und diese Abwechslung ist gut. Mit dem Lernpensum für Literatur muss ich mir noch was einfallen lassen. Trotz striktem täglichen Zeitplan hab ich Robinson Crusoe für diese Woche nicht ganz geschafft... Vor allem müsste ich mit dem nächsten schon angefangen haben, da hier ein Roman pro Woche bearbeitet wird, puh... Freu mich schon auf den 800 Seiten langen "Tom Jones"!! Ein bisschen sehne ich mich hier nach unsren Kasseler Verhältnissen ;-) Aber Gott sei Dank leben wir ja im virtuellen Zeitalter und ich bin sicher, eine Session lässt sich auch mal mit einer Inhaltszusammenfassung überleben ;-)

Ansonsten war auch neben der Uni die letzten Tage wieder einiges los. Am Freitag abend waren wir mit geschätzten 30-40 Erasmus-Leuten in Daniela's WG, jeder hatte was leckeres zu Essen dabei und so hatten wir schließlich ein cooles Buffet mit multinationalen Nudelsalaten, Mars-RiceKrispies-Butter-Desserts, Auberginen-Auflauf, Halloween-Donuts und anderen Leckereien...


Am Samstag bin ich mit Alena nach Richmond gefahren (ein süd-westlich gelegener Stadtteil direkt an der Themse), was ein wirklich suuuuuper schöner Ort ist und obwohl man noch in London ist, hat man das Gefühl, irgendwo in einer Kleinstadt zu sein. Hier kann man an der Themse entlanglaufen, Boot fahren, auf den Richmond-Hill steigen, Käffchen trinken und wie fast überall hier die super-zahmen Eichhörnchen liebhaben (Es kam wirklich bis auf 20 cm ran und wenn ich was zu knabbern gehabt hätte, es hätte mir aus der Hand gefressen!).
Zudem haben wir in Richmond den coolsten Klamottenladen ever entdeckt, Jack Wills - University Outfitters. Leider ein bisschen krass in der Preisklasse aber hier war allein schon die Einrichtung des Ladens den Besuch wert - wie ein altes britisches Wohnhaus mit Kaminen und wackligem, mit Postern behängtem Treppenhaus, einfach nur toll! Richmond oder Kew wären im Übrigen auch meine präferierte Wohngegend hier - ja, ähm... vielleicht doch erst mal studieren und was Gescheites werden ;-)
Saturday Night - in den unzähligen abgefahrenen Bars um Old Street/Hoxton/Shoreditch haben wir den Abend mit zum Teil seltsamen aber lustigen Zeitgenossen, Jukeboxen und 1-2 Stella ausklingen lassen. (ich möchte das hier nicht näher erläutern, aber Alena, du weißt Bescheid ;-)




Den Sonntag hab ich zur einen Hälfte mit Uni-Kram erledigen verbracht. Obwohl es am Nachmittag ein bisschen geregnet hat, konnte ich es nicht lassen, mich mal wieder unter das bunte Treiben in der Brick Lane zu mischen. Das ist einfach das coolste, was man an einem Sonntag machen kann. Zwischen hunderten inspirierenden Leuten habe ich diese Band entdeckt:
Speaker's Corner Quartet. Ein Jazz-Quartett mit Cello, Drums, Bass und Querflöte, das war so anders und doch sooo gut! Bis ich dann Antoine und seine autres amis francaises getroffen habe und wir dann bei einem Drink und guten Gesprächen in englisch-französischer Runde den Abend in der Brick Lane haben ausklingen lassen...

Zu guter Letzt, das Wort zum Montag und das musste schon lange mal kommen: Ich bin wirklich sooooo froh, hier sein zu können und genieße jede Sekunde!!!

Dienstag, 6. Oktober 2009

Some beautiful days with friends from home

"Yes I like stormy weather, from my window sill, you ain't yeah, you ain't so clever, you got it all made up.. But it feels like love, love, love..." Jaja, mal wieder liefern die Kooks den perfekten Soundtrack auch für trübe Tage wie diese.
Das miese H
erbstwetter ist ist aber Gott sei Dank gehörig aufgehellt worden durch den lieben Besuch von Martina und Matea. Die beiden waren jetzt vier Tage hier und wir hatten trotz dem oft ungnädigen Wetter eine wirklich schöne Zeit. Martina hatte natürlich sofort wieder den unbändigen Drang, die seaside, und besonders Brighton zu sehen und so haben wir gleich am Samstag London verlassen und sind gen Süden gefahren. Brighton hat sich dieses Mal von einer ganz anderen Seite gezeigt, rau und kalt, mit einem Wind, der die Wellen bis aufs Pier raufgetrieben hat. Danach sind wir noch gemütlich durch die kleinen Gassen, die "Lanes", geschlendert, wo wir auch vor dem weltbesten cupcake-shop nicht halt gemacht haben. Wirklich, diese cupcakes verdienen das Prädikat "to die for", und zusammen mit einem starbucks kaffee sind sie absolut unschlagbar (siehe Foto). Auf dem Rückweg zum Bahnhof sind wir noch durch das absolut coole Viertel North Laine gekommen, wo ein bisschen Camden-Flair herrscht und ich mich schon wieder Stunden in Vintage-, Bücher- und Plattenläden aufhalten hätte können...






Unsere Pläne für die darauffolgenden Tage in London sind ein bisschen über den Haufen geschmissen worden, da es wie schon erwähnt immer und immer wieder mal geregnet hat und unsere geplante Bootsfahrt auf dem Regent's Canal nach Little Venice damit buchstäblich ins Wasser gefallen ist. Trotzdem haben wir wirklich schöne Dinge erlebt: Pollock's Toy Shop in Covent Garden, Busfahren auf den Logenplätzen oben sowie im alten Routemaster inklusive hop-off, delicious chicken katsu curry bei Wagamama, Knightsbridge, Spaß bei Harrods mit falschrum hängenden Weihnachtsbäumen, tanzenden Hunden und eine Million Pfund teuren Billard-Tischen, verrückte Menschen in der Brick Lane und ein total überfüllter aber cooler sunday market, einem bezaubernden Gitarristen/Sänger (mir fällt zu ihm nur das englische Adjektiv drop-dead gorgeous ein), einem Besuch bei Rough Trade, pseudo-shoppen bei Topshop, süße Eichhörnchen beobachten im Green Park, Tower und Tower Bridge, einen kulturellen Abstecher ins schöne Victoria&Albert-Museum, Buckingham Palace und diverse Pub-Besuche... Wir habens uns also trotzdem recht gutgehen lassen ;-) Leider hat mich eine böse Erkältung ein bisschen aus der Bahn geworfen und hab gestern den halben Tag mit Tee im Bett verbracht... Heute geht es mir bis auf die noch verstopfte Nase aber schon wieder besser. Vorhin dann habe ich schweren Herzens Martina und Matea verabschiedet und freue mich jetzt wieder auf den Uni-Alltag ;-)




Brick Lane streetlife




Leadenhall Market


Ich habe übrigens nochmal meine Kurse gewechselt, nachdem ich mit den Kursen aus der ersten Woche (bzw. dem Arbeitsaufwand dafür) ziemlich überfordet war. Ich mache jetzt zwei History-Kurse (die mir hoffentlich als Lawi-Proseminare angerechnet werden!!!) und einen International Business Kurs, den ich jetzt am Donnerstag das erste Mal besuchen werde. Ich bin gespannt!!

Uuuuund; ich habe einen Flug für die Weihnachtstage gebucht, vom 22.-29.12.!!


Mittwoch, 30. September 2009

Uni-Alltag... Vieeel vieeel Arbeit!!

Wow..... ich hatte heute meinen ersten "richtigen" Uni-Tag, bin gerade nach Hause gekommen und bin ganz schön platt... Platt nicht deswegen, weil ich mich besonders verausgabt hätte, sondern deshalb, weil ziemlich überwältigt / überfodert bin mit den hiesigen Kursanforderungen!
Aber alles der Reihe nach: Begonnen hat mein Tag mit dem Literature-Kurs "Story & Myth", den ich deswegen gewählt habe, weil ich letztes Jahr in Kassel schon einen Kurs namens "Myth and Literature" gewählt habe und gedacht habe, ich kann jetzt hier mit meinem Wissen glänzen ;-) Tja, nicht ganz so leider. Die Kurse hier dauern allesamt 3 Stunden, manchmal am Stück, manchmal aufgeteilt in Vorlesung und anschließendem Seminar. In dem Story & Myth Kurs waren ca. 50 Leute, von denen ich ungelogen die einzige Nicht-Engländerin, sprich Nicht-native speakerin war. Das war für mich auch erst mal OK, bis es zu den Kursanforderungen kam. Hier setzt sich der Leistungsnachweis aus mehreren Teilen zusammen: Einem Portfolio aus Mitschriften und wöchentlichen schriftlichen Ausarbeitungen, dann einer selbstgeschriebenen (!) Kurzgeschichte, basierend auf einem biblischen, antiken oder sonstigen Mythos, der aus der Portfolio-Arbeit resultieren soll, sowie einem großen Essay (3000 Wörter), der schon im Dezember abgegeben werden muss. Puh... Es werden übrigens auch Kenntnisse über sämtliche Mythologien vorausgesetzt... Heute haben wir in kleinen Gruppen eine kleine Story erarbeitet und präsentiert (ich konnte mich leider noch nicht so recht beteiligen, da die anderen was über den biblischen Hiob-Mythos schreiben wollten, den ich nicht kannte! Hab es mir aber erklären lassen..) Jede Woche müssen wir zudem 4-5 Texte vorbereiten und wir dürfen nicht EINMAL fehlen!! Jaja, da bin ich von Kassel doch schon seeeehr verwöhnt^^! Die Dozentin und die Tutoren scheinen aber nett zu sein und ich hoffe, dass ich da irgendwie mithalten kann. Wird jedenfalls eine Herausforderung!
Vom Kursklima ist es auch ganz anders als bei uns. Während es in Kassel eigentlich immer sehr diszipliniert zugeht, ist hier von Benehmen keine Spur. Alle reden laut, rufen einfach Fragen rein, spielen mit dem Handy, essen und trinken... Die Dozentin selbst ist aber auch nicht besser. Sie redet, tuschelt und lacht auch immer während der Stunde mit den Tutoren (die immer vorne mit vor der Klasse sitzen). Wenn dann doch mal Ruhe herrschen soll, klappt das eigentlich nur mit einem herzlichen "SHUT UP!!" seitens der Dozentin.

Meinen zweiten Kurs heute in Cultural Studies fand ich deutlich besser. Ich habe "Sexual Cultures" belegt und der Kurs befasst sich mit den politischen, sozialen und kulturellen Formen der Sexualität und zumindest heute hat der Kurs schon mal recht spaßig angefangen, da wir die "public sexual persona" von diversen Prominenten beschreiben sollten. So easy bleibt es aber auch hier nicht, die Kursanforderungen gestalten sich ähnlich wie bei dem ersten Kurs und so hab ich heut direkt im Anschluss an den Kurs in der Library Bücher und Materialien ausgeliehen und schon angefangen zu lesen. Aber zumindest hab ich mich dort nicht so überfordert gefühlt wie beim ersten und ich bin auch nicht die einzige internationale Studentin.
Morgen vormittag habe ich meinen dritten Kurs, "Origins of the Novel". Ich stell mir das so ähnlich wie Introduction to Fiction vor, ein bisschen mehr geschichtlich vielleicht. Mal sehen ob ich wieder positiv (oder negativ) überrascht werde ;-)
So, jetzt werde ich mich nochmal ausgiebig meinen module-handbooks widmen, um morgen einigermaßen vorbereitet zu sein!
Am Wochenende kommen mich Martinchen und Matea besuchen, ich freu mich schon wie ein Schnitzel!! Das heißt vorher nochmal fleißig arbeiten, um das Lernpensum zu schaffen!

Dienstag, 29. September 2009

Any preoccupation with ideas of what is right or wrong in conduct shows an arrested intellectual development.

Montag, 28. September 2009

Pt. 2: Cambridge

Am Sonntag haben Alena und ich Maike in Cambridge besucht. Es war ihr letztes Wochenende, bevor sie wieder nach Kassel geht und dank den günstigen National Express Coaches konnten wir uns diesen Trip leisten. Und es hat sich sowas von gelohnt, denn Cambridge ist einfach nur wunder-wunderschön!! Maike hat uns vom Bus abgeholt, dann haben wir uns noch mit zwei spanischen Freunden von ihr getroffen und sind losgezogen. Das gesamt Stadtbild ist hier wie in Oxford geprägt von den imposanten Colleges der University. Eins ist größer, schöner, schloss-ähnlicher als das andere und man wünscht sich wirklich nur, einmal hier Student sein zu dürfen. Um die Colleges herum gibt es riesige Parks, immer wieder durchflossen von der Cam, dem Fluss, auf dem man die Leute hier bei der Hauptbeschäftigung Nr. 1 beobachten kann, dem Punting. Punts sind hölzerne Kähne für ca. 4-6 Personen, mit einem "Punter", der mit einer Stange die Boote über den Fluss stakt. Mann kann entweder selbst punten oder sich von einem professionellen Punter kutschieren lassen, was aber nicht so lustig ist. Wir hätten es zu gerne selbst probiert, es war uns aber einerseits zu teuer und anderseits landet man als Laie schon mal ungewollt im Fluss. Jedenfalls ist es unter den Studenten sehr beliebt und irgendwann werde ich es mal ausprobieren!
Nach einem entspannenden Chill-out am Fluss haben wir noch ganz traditionell tea getrunken und scones gegessen (nicht so meins...) und sind dann gegen 7 wieder richtung London aufgebrochen.
To sum it up, ich war wirklich begeistert von Cambridge, super Flair und nicht so hektisch wie London (obwohl ich das auch manchmal mag!! ;-)




















St. John's College - Warum studiere ich nicht hier!?!?






















































Da ich Montags keine Kurse habe, bin ich heute daheim und schreibe an meiner Hausarbeit (bzw. wühle mich durch secondary sources und verzweifle langsam daran...). Dazu esse ich Schwarzbrot!!! Mama, das Paket ist grad angekommen, TAUSEND DANK!! Du rettest mich vor einer Toast-Überdosis!! Und die Spekulatius, I can't believe it!! :-)